Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kunstinteressierte,

so viel ist in den vergangenen Wochen und Monaten passiert und passiert noch immer. Ich habe nur mit meinen Bildern leben wollen, in Frieden und in Ruhe.

Vor fast zwei Jahren wurden meine Bilder beschlagnahmt und seit November letzten Jahres wird darüber viel öffentich diskutiert.
Manches von dem, was über meine Sammlung und mich berichtet wurde, stimmt nicht oder stimmt so nicht. Deshalb wollen meine Anwälte, mein Betreuer und ich hier einige Informationen bereitstellen um die Diskussion um meine Sammlung und um meine Person zu versachlichen.

16. Februar 2014



Cornelius Gurlitt

Die Haltung von Cornelius Gurlitt

Cornelius Gurlitt sieht seine Aufgabe darin, die Sammlung seines Vaters zu erhalten und zu bewahren. Dennoch stellt sich Cornelius Gurlitt offen der historischen Verantwortung.

Durchsetzbare juristische Ansprüche auf Herausgabe der sogenannten Raubkunst gegen Cornelius Gurlitt bestehen nicht: In den meisten Fällen haben die gegenwärtigen Eigentümer oder ihre Rechtsvorgänger Eigentum an den als Raubkunst entzogenen Werken im Wege der Ersitzung erworben. Zudem ist der Herausgabeanspruch auf Rückgabe der Raubkunst längst verjährt, nachdem das Bürgerliche Gesetzbuch eine Verjährung von 30 Jahren nach dem erstmaligen Entzugsvorgang vorsieht. Dies gilt auch für die gesamte Kunstsammlung von Herrn Cornelius Gurlitt.

Cornelius Gurlitt war zu jeder Zeit überzeugt davon, von seinem Vater eine Sammlung geerbt zu haben, die im Wesentlichen aus der sogenannten "entarteten Kunst" aus vormals deutschem Reichseigentum in öffentlichen Sammlungen und Museen besteht. Cornelius Gurlitt war nicht bekannt, dass sich in seiner Sammlung auch vereinzelt Gegenstände befinden, welche heute als Raubkunst qualifiziert werden könnten.

Er ist bereit, nach rechtmäßiger Rückgabe der gesamten Sammlung durch die Behörden - Staatsanwaltschaft Augsburg und Zoll - diejenigen Werke zu prüfen, welche unter Raubkunstverdacht stehen und bei denen qualifizierte, nachvollziehbare und berechtigte Rückgabeansprüche von Erben jüdischer Verfolgter gestellt werden, um faire und gerechte Lösungen gemeinsam mit den Anspruchstellern auszuarbeiten, wo es moralisch geboten ist. Diese freiwillige, moralisch fundierte Selbstverpflichtung von Cornelius Gurlitt gilt nur für ganz wenige Werke des Schwabinger Teils der Sammlung, nach derzeitigem Stand maximal 3 % aller 1280 beschlagnahmten Werke. Hinsichtlich des Salzburger Teils der Sammlung ließ sich nach einer ersten unverzüglichen Durchsicht ein Raubkunstverdacht nicht erhärten, da es keine einzige Übereinstimmung mit Suchmeldungen in Verlustregistern gab. Hinsichtlich dieses Teils der Sammlung hat Herr Cornelius Gurlitt eine fundierte und wissenschaftlich qualifizierte Provenienzrecherche in Auftrag gegeben.

Für die als "entartete Kunst" bezeichneten Sammlungsbestandteile liegen derzeit vereinzelt Rückkaufangebote von deutschen Museen vor. Cornelius Gurlitt ist gerne bereit, solche Rückkaufangebote, so sie dem Marktwert des Werkes und der Rechts- und Sachlage entsprechen, gewissenhaft zu prüfen. Dieses Vorgehen entspricht der historischen Wahrheit, dass Dr. Hildebrand Gurlitt die als "entartet" beschlagnahmten Werke legal im Wege des Kaufes und Tausches vom deutschen Reich erworben hat. Wegen des gesicherten Eigentumserwerbs durch seinen Vater kommen andere Alternativen als der Rückkauf durch die deutschen Museen nicht in Betracht.